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3. FAQ: online versteigern/ersteigern

3.1. Kauf

3.1.1. Vor dem Ersteigern

3.1.1.1. Was sollte man bei einem Angebot beachten?

a) Sorgfältig lesen.

Lies Dir die Beschreibung immer sorgfältig durch. In der Beschreibung stehen meistens wichtige Details (etwa über Defekte und Beschädigungen), die alleine aus der Auktionsüberschrift nicht ersichtlich sind.

Oft hat Verkäufer auch noch auf seiner "mich"-Seite Informationen zu den Versandkosten und zum Ablauf stehen. Wenn also im Text steht, daß man auf diese "mich"-Seite schauen soll, dann sollte man das sicherheitshalber auch tun!

b) Im Netz umschauen.

Schnapp Dir Google, und informiere Dich, was das Produkt kosten würde, wenn Du es Dir neu kaufst - vielleicht lohnt sich ja eher ein Neukauf. In dem Zusammenhang solltest Du auch einen Blick auf die Seite des Herstellers oder auf Preisvergleich-Seiten (wie etwa http://www.guenstiger.de/) werfen.

Sieh auch nach, wie lange das Produkt schon auf dem Markt ist und wie es in Tests abgeschnitten hat. Oft hilft auch ein Blick in Google-Groups, um zu sehen, was im Usenet so darüber geschrieben wurde.

Ein kleiner Hinweis nebenbei: bei einigen Onlineversteigerungen bieten manche Leute utopische Preise, obwohl es das Produkt verhältnismäßig günstig in jedem zweiten Onlineshop oder im Discounter um die Ecke zu kaufen gibt - oft weil die Verkäufer durch Bemerkungen wie "günstig", "selten" oder "OOP" ("out of print": wird nicht mehr hergestellt) in die Irre führen. Wenn Du eine solche Auktion entdeckst, kommt es Dir ja vielleicht in den Sinn, den Bieter per E-Mail darauf hinzuweisen, daß er den Artikel für einen wesentlich niedrigeren Preis auch neu im Handel kaufen könnte. Der Bieter wird sich darüber freuen - informiere Dich aber vorher, ob Du mit einem solchen Vorgehen nicht gegen die Bestimmungen des Auktionshauses verstößt.

c) Über den Verkäufer informieren.

Schau Dir vor einem Gebot stets die Bewertungen des Verkäufers an - besonders die negativen ... Natürlich hat jeder von uns auch mal mit "0 positiven Bewertungen" angefangen, weswegen das nicht grundsätzlich gegen den Verkäufer spricht. Allerdings solltest Du vorsichtig sein, wenn ein Neuling wertvolle Gegenstände auffallend günstig verkauft.

d) Frag den Verkäufer bei Unklarheiten.

Wenn Du Fragen zum Artikel hast, stell sie dem Verkäufer, und steigere nicht einfach blind mit. Besonders bei teuren Geständen solltest Du VOR dem Bieten das Gespräch mit dem Verkäufer suchen ... Wenn der Verkäufer nicht antwortet, solltest Du die ganze Sache noch mal überdenken.

e) Steck Dir Deine Grenzen ab.

Leg vor dem Bieten den Höchstbetrag fest, den Du für diesen Artikel ausgeben willst, und halte Dich dann auch daran. Laß Dich in der Hitze des (Auktions-)Gefechts nicht dazu verleiten, einen Betrag zu bieten, den Du später vielleicht bereust.

f) Biete nicht zu früh

Es hat sich in der Praxis gezeigt, daß man durch zu frühes Bieten den Preis nur sinnlos in die Höhe treibt. Denke immer daran: andere Bieter sitzen auch vor der Auktion, vielleicht auch gerade der, den Du überbieten willst. Wenn noch viel Zeit bis zum Auktionsende ist, dann bricht oft beim Überbotenen der Ehrgeiz durch und er überbietet Dich. Biete also so, daß er keine Chance mehr hat. Am besten setzt Du Dich mit einer Stoppuhr davor und bietest in den letzten Sekunden. Beachte aber die Server-Reaktionszeiten.

g) Schau nach Sofort-Kaufen-Auktionen

eBay und auch viele andere Anbieter bieten den Verkäufern die Möglichkeit, ihrer Auktion einen Fixpreis hinzuzufügen. Diesen kann man bieten und die Auktion ist sofort beendet. Manchmal liegt dieser Preis unter dem zu erwartenden Endpreis. Suche daher in den ganz neuen Auktionen nach "Sofort-Kaufen"-Schnäppchen. Mit viel Glück findet man Auktionen, wo der Verkäufer den Wert seiner Ware unterschätzt hat. Dann gewinnt, wer diese zuerst findet.

h) Sofort-Kaufen verhindern

Es kann natürlich auch sein, daß der Sofort-Kaufen-Preis genau im Mittelfeld des zu erwartenden Endpreises liegt. Wenn Du die Hoffnung hast, daß Du den Artikel unter diesem Preis ersteigen kannst, aber die Befürchtung hast, daß ihn doch noch einer per "Sofort-Kaufen" wegschnappt, dann biete das Startgebot. Die Option "Sofort-Kaufen" ist nämlich nur verfügbar, wenn noch kein Gebot vorliegt. Durch Dein Erstgebot kannst Du das also wirksam verhindern.

3.1.2. Nach dem Ersteigern

3.1.2.1. Ich habe eine Auktion gewonnen. Und nun?

a) Melde Dich beim Verkäufer.

Ergreife die Initiative, und schreibe dem Verkäufer. Was in Deine E-Mail hinein sollte:

b) Sei geduldig.

Nicht jeder checkt alle 5 Minuten seine E-Mails. Also werde nicht ungeduldig, wenn sich der Verkäufer nach zwei oder drei Tagen noch nicht gemeldet hat, und schicke dem anderen keine bösen E-Mails. Halte Dich eher an die Maßgaben des Auktionshauses, das meistens einen Zeitraum von einer Woche für die Kontaktaufnahme läßt.

c) Wähle die Versandart.

Es ist ratsam, den Versand von Gegenständen, die mehr als nur ein paar Euro gekostet haben, dokumentieren zu lassen, also sie als (Einwurf-)Einschreiben oder als Paket verschicken zu lassen. Sollte die Ware dann wirklich auf dem Postweg verloren gehen (und das ist bei Päckchen nicht gerade selten), hätte sich dann der Streit, ob der Verkäufer die Ware denn nun auch abgeschickt hat, erübrigt.

(Natürlich ist das auch nur ein Beleg, daß der Verkäufer irgendetwas abgeschickt hat ... Falls ein Ziegelstein in Deinem Paket ist, ist der Fall wieder anders.)

Wertvolle Gegenstände solltest Du Dir evtl. sogar nur versichert schicken lassen: Postpakete sind grundsätzlich immer mit 500 Euro versichert, Einschreiben mit 25 Euro. Es lohnt sich also nicht nur der Protokollierung wegen, teurere Versandarten zu wählen, sondern auch wegen des Schutzes bei Verlust.

Postsendungen können auch mit höheren Beträgen als 500 Euro versichert werden. Beachte aber, daß für bestimmte Gegenstände, nämlich solche der sog. Valorenklasse II, das sind Wertpapiere, Bargeld, Münzen, Edelmetalle und dergl., die im Verlustfall nicht in einem Aufgebotsverfahren für kraftlos erklärt werden können, der Versandwert grundsätzlich auf 500 Euro beschränkt ist, und zwar für die Summe aller Sendungen an den gleichen Adressaten. Weiche bei wertvollen Sammlerobjekten usw. daher lieber auf einen anderen Transporteur aus, der auch höherwertige Sendungen versichert befördert.

Bedenke: Die Gefahr geht auf Dich über, sobald der Verkäufer die Ware zur Post gebracht hat - wenn Du Dich gegen eine Versicherung entscheidest, kannst Du im Falle eines Verlustes oder einer Beschädigung grundsätzlich nicht vom Verkäufer Schadensersatz verlangen. Weitere rechtliche Infos zu diesem Thema gibt's in den Punkten 4.1.2.1 und 4.1.2.2.

Eine kleine Übersicht über verschiedene Transporteure findest Du im Punkt 6.2.

d) Wähle die Zahlungsart.

Überweisungen sind schnell und günstig. Eine Nachnahme ist relativ teuer - außerdem muß der Verkäufer u. U. ziemlich lange auf sein Geld warten ... Davon abgesehen sind beide Zahlungsmethoden aber gleichwertig.

Für Vielersteigerer lohnt sich in diesem Zusammenhang vielleicht sogar ein Onlinebankingkonto: So kann das Geld schon innerhalb von 24 Stunden beim Verkäufer sein.

e) Bei teurer Ware: Bitte Identifikationsnachweis

Bei teuren Gegenständen solltest Du überprüfen, ob der Verkäufer einen Telefonbucheintrag hat (z. B. über http://www.telefonbuch.de/ oder über die Auskunft), um Dich so von der Richtigkeit seiner Angaben zu überzeugen. Ansonsten bitte ihn um seine Telefonnummer (aber seine Festnetznummer! Mobilfunknummern können auch zu unangemeldeten Prepaidkarten gehören), damit es im Falle eines möglichen Betruges zumindest einen Anhaltspunkt gibt ...

f) Bewerte den Verkäufer.

Wenn die Auktion abgeschlossen ist (Du hast die Ware, und er hat das Geld - nicht vorher), gib eine Bewertung des Verkäufers ab. Wenn alles gut verlaufen ist, gib auch eine gute Bewertung ab.

Um eine negative Bewertung abzugeben, sollten auch wirklich triftige Grunde vorliegen. In jedem Fall solltest Du Dich vor einem solchen Schritt mit dem Verkäufer in Verbindung setzen, um ihn um eine Stellungnahme zu bitten. Oft hat sich danach das Problem schon von alleine geklärt.

3.1.2.2. Was tun, wenn der Verkäufer mich nicht bewerten möchte?

Zunächst einmal: Du hast kein Anrecht auf eine Bewertung. Deswegen kannst Du den anderen auch nicht zu einer Bewertung zwingen.

Wenn er Dich nicht von alleine bewertet, schreib ihm doch eine kurze, höfliche E-Mail, in der Du ihn um Bewertung bittest. Schreib in die E-Mail Deinen Benutzernamen, die Auktionsnummer und vielleicht noch den URL, bei dem er eine Bewertung abgegeben kann (im Falle einer eBay-Auktion: siehe Abschnitt 5.1.1.d). Reagiert er nicht: Werde nicht unhöflich und belästige auch ihn nicht mit dutzenden E-Mails. Denk in dem Fall lieber darüber nach, ob Du nicht doch auf die Bewertung verzichten willst.

3.2. Verkauf

3.2.1. Vor dem Versteigern

3.2.1.1. Welchen Startpreis soll ich wählen?

Grundsätzlich ist es eine gute Idee, den Startpreis so niedrig wie möglich festzusetzen (also etwa 1 EUR). Das erhöht den Anreiz mitzusteigern, und die Zahl der Gebote steigt ebenfalls: so hast Du dann beispielsweise schon 10 oder 20 Gebote, wenn der Preis die 100-EUR-Marke erreicht, anstatt daß Du erst bei 100 EUR startest - und die Leute steigern wohl eher bei Artikeln mit, die schon viele Gebote haben.

Zudem richten sich die Startgebühren auch meist nach dem Startpreis. Bei eBay z. B. gilt folgende Staffelung bzgl. des Startpreises:

bei Startpreis     bis 1,00 EUR 0,25 EUR
bei Startpreis ab 1,01 EUR bis 9,99 EUR 0,40 EUR
bei Startpreis ab 10,00 EUR bis 24,99 EUR 0,60 EUR
bei Startpreis ab 25,00 EUR bis 99,99 EUR 1,20 EUR
bei Startpreis ab 100,00 EUR     2,40 EUR
Ausnahmen:
bei Autos grundsätzlich: 10,00 EUR
bei Motorrädern grundsätzlich: 5,00 EUR

(Bei Powerauktionen wird der Startpreis mit der Zahl der Auktionen multipliziert und als ein Startpreis berechnet. Beispiel: Du verkaufst im Rahmen einer Powerauktion 10 Artikel zu einem Startpreis von je 1 EUR. Also zahlst Du die Gebühren für eine Auktion von 10 EUR (= 60 Cent) und nicht für 10 Auktionen zu 1 EUR (also 10*0,25 EUR = 2,50 EUR).)

Recht komfortabel kann man sich die individuellen eBay-Gebühren z. B. über http://www.wortfilter.de/provision.html ausrechnen.

Bedenke aber, daß Du evtl. auch an Deinem Startpreis "kleben" bleiben kannst: wenn Du einen Artikel ab 1 EUR einstellst, riskierst Du es auch immer, daß dieser Artikel für nur 1 EUR (oder wenig mehr) verkauft wird ... und je weniger die Sache bei dem entsprechenden Auktionshaus gefragt ist, desto höher ist die Gefahr.

Es gibt auch die Möglichkeit einen "Sofort-Kaufen"-Preis festzulegen - bei eBay wird hierfür beispielsweise ein Aufschlag von 0,05 EUR berechnet. Wenn Du diese Option nutzen willst, vergleiche die Endpreise ähnlicher Artikel und wähle einen Preis, der im oberen Mittelfeld liegt. Die Chance ist dann groß, daß jemand zu diesem Preis zuschlägt, obwohl die Internetversteigerung auf normalem Wege vielleicht niedriger geendet hätte.

3.2.1.2. Welche Zahlungsmodalitäten soll ich anbieten?

Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, in der Artikelbeschreibung auf Vorkasse zu bestehen: damit stellst Du sicher, daß Du nicht Deinem Geld hinterher rennen mußt, während Dein Käufer schon längst den Artikel hat. (Es sei an dieser Stelle erwähnt, daß Vorkasse und Überweisung nicht das gleiche sind: überweisen kann man schließlich auch erst, nachdem man die Ware erhalten hat.)

Als Zahlungsarten gibt es u. a. folgende Möglichkeiten:

a) Überweisung

Für Dich wohl die schnellste Methode, an Dein Geld zu kommen: meist sind Überweisungen schon wenige Tage später am Ziel, manchmal sogar noch am gleichen Tag.

b) Nachnahme

Nachnahmezahlungen brauchen meist Tage (oder Wochen), bis sie bei Dir eintreffen. Außerdem sind Nachnahmesendungen auch um einiges teurer (allerdings werden die Versandkosten ja wohl meistens sowieso vom Käufer übernommen).

Nachnahme ist zudem noch ein Kostenrisiko für Dich, denn wenn der Käufer das Paket nicht annimmt, bleibst Du erst einmal auf den nicht zu knappen Kosten sitzen.

c) sonstige Zahlungsmethoden

Interessant ist auch die Paybox-Methode, die eBay unterstützt. Hierzu müssen aber Käufer und Verkäufer dort angemeldet sein. Der Käufer kann über die eBay-Webseite auswählen, daß er mit Paybox zahlen will, dann klingelt sein Handy und er bestätigt die Zahlung mit seiner PIN. Paybox bucht dann vom Käufer ab und beim Verkäufer drauf. Die Zahlung ist in Sekunden erledigt ... Leider wurde der Dienst Ende Januar 2003 "vorübergehend" eingestellt.

Bei internationalen Auktionsgeschäften sind auch Dienste wie PayPal (http://www.paypal.com/) hilfreich, um Geld zu überweisen: man richtet ein Konto ein und überweist via Internet Geld an einen anderen PayPal-Kunden. Dieser Betrag wird dann von Deiner Kreditkarte oder Deinem Girokonto abgebucht. Übrigens: eBay hat PayPal im Sommer 2002 für 1,5 Milliarden US-$ aufgekauft.

Daneben gibt es auch noch weitere, allerdings nicht so weit verbreitete solcher Services, z.B. Bidpay.

3.2.1.3. Welche Versandart soll ich anbieten?

Um Dir Ärger zu ersparen, solltest Du den Versand von Gegenständen, die mehr als nur ein paar Euro kosten, grundsätzlich dokumentieren lassen, also eine Versandart wie "Übergabeeinschreiben" oder "Paket" wählen. Päckchen gehen oft einmal verloren, und auch Briefe kommen nicht immer an ... Obwohl beim Privatkauf die Gefahr beim Aufgeben bei der Post auf den Käufer übergeht, kann es trotzdem zum Streit kommen, wenn die Sendung tatsächlich verlorengeht. Mehr Infos zu diesem Thema findest Du im Rechtsteil unter Punkt 4.2.1 und Punkt 4.2.2.

Oft schrecken aber Käufer vor den höheren Versandkosten zurück und bestehen auf dem billigeren unversicherten Versand, auch wenn Du sie über die Risiken belehrst. Bei Verlust ist natürlich trotzdem der Ärger groß. Du solltest aus diesem Grund immer einen Zeugen haben, der Dir bestätigen kann, daß Du die Sendung auf die Post gebracht hast, dann bist Du rechtlich auf der sicheren Seite. Du solltest einen solchen Zeugen aber auch wirklich haben. Bedenke bitte, daß er in einem Gerichtsverfahren verpflichtet ist, die Wahrheit zu sagen, und Falschaussagen strafbar sind.

Viele wissen auch nicht, daß die Post verschiedene Briefarten anbietet, mit der man auch Minipäckchen absenden kann. So kann man mit einem Maxibrief, der nur 2,20 Euro kostet, ein Päckchen mit den Maximalmaßen von 35,3 cm x 25 cm x 5 cm und einem Gewicht von 1 kg versenden. Damit bekommt man viel weg! Man muß also nicht immer zum Päckchen greifen.

Die aktuellen Preise und Maße findet man unter: http://www.deutschepost.de/application/preise/t_default.jsp?id=6

Welche Versandarten Du aber auch anbietest, Du solltest in Deiner Artikelbeschreibung die Kosten für Porto und Verpackung möglichst genau ausweisen, um Transparenz für den Käufer zu schaffen. Bedenke dabei aber, daß die "Versandkosten" auch wirklich nur die Versandkosten decken sollen: ein Pauschalbetrag von 10 EUR für eine Warensendung, die ein oder zwei Euro kostet, ist unfair. (Zur Gültigkeit solcher Verträgen mit überhöhten Versandkosten siehe 4.1.4.5.)

3.2.1.4. Wer soll die Gebühren übernehmen?

a) Auktionsgebühren

Die Auktionsgebühren werden von den wohl meisten Auktionshäusern dem Verkäufer berechnet - daher finden es viele unfair, wenn Du sie dem Käufer aufbürden würdest. Schließlich muß der Käufer dann auch erst einmal recherchieren, was denn da auf ihn zukommt - macht er es nicht, ist das Wehklagen später evtl. groß.

Deswegen erlaubt es eBay beispielsweise auch nicht mehr, daß der Verkäufer diese Gebühren dem Käufer berechnet. Tut er es doch, muß er mit der Löschung seiner Auktion rechnen.

Daß trotz dieser Klausel ein gültiger Vertrag zustande kommt (falls die Versteigerung eben nicht vorher gelöscht wird) und daß der Käufer dann wohl auch die Auktiongebühren zahlen muß, wird im Abschnitt 4.1.4.4. näher beschrieben.

Erlaubt das Auktionshaus, daß Du diese Gebühren dem Käufer auferlegst, und Du willst es nichtsdestotrotz auch tun, dann mach es wenigstens transparent: Gib möglichst genau an, wieviel auf den Käufer zukommt, also etwas "3 EUR für die Anzeige und dann noch mal 4% des endgültigen Gebotes". Damit ersparst Du Dir Beschwerden.

b) Versandgebühren

Es ist üblich, daß der Käufer die Versandkosten übernimmt. Möchtest Du dem Käufer etwas Gutes tun und diese Kosten für ihn übernehmen, gib sie detailliert an, daß er auch sieht, was er spart. Denk daran, daß dies aber nicht unbedingt auch zu höheren Geboten führt - viele werden trotzdem zum Gebot instinktiv die Versandkosten addieren.

3.2.1.5. Was soll ich beim Erstellen des Angebotstextes beachten?

a) Benutzername

Bevor Du etwas verkaufen kannst, muß Du Dich erst anmelden und dabei einen Benutzernamen auswählen. Dabei solltest Du schon darauf achten, daß sich dieser Name halbwegs seriös anhört - wer will schon bei "suPEraRscHLoH" oder "megaheld" kaufen?

b) Richtige Kategorie

Such Dir erst einmal die richtige Rubrik aus, in die Dein Artikel gehört. In der falschen Kategorie wird ihn u. U. niemand finden, weil dort niemand nach ihm sucht.

c) Informationsgehalt

Beschreibe Deinen Artikel möglichst genau (Hersteller, Bezeichnung, Produktnummer). Gib darüber hinaus ggf. nähere Infos zu Deinem Artikel an - mach Werbung, was das Produkt alles zu bieten hat. Aber beschreibe auch Mängel (Beschädigungen, Defekte etc.) so sorgsam wie möglich, um hinterher Reklamationen zu verhindern.

d) Aussagekräftiger Auktionstitel

Verzichte auf nichtssagende Begriffe wie "super" oder "toll" und auf reißerische Titel. Nutze den Platz stattdessen, um Deinen Artikel so gut wie möglich zu umschreiben. Dazu sollte z. B. bei Kleidungsstücken unbedingt die Nennung der Kleidergröße gehören, insb. wenn diese nicht aus der gewählten Kategorie ersichtlich ist.

e) Rechtschreibung, äußere Form

Achte auf Deine Rechtschreibung, und versuche die Beschreibung in eine möglichst angenehm zu lesende Form zu bringen (Einfügen von Absätzen, sorgsamer Einsatz von Fett-/Kursivschrift etc.).

f) Bilder

Das Einfügen eines Bildes kann in den meisten Fällen sehr anziehend auf potentielle Käufer wirken. Aussagekräftige Bilder führen meist zu höheren Verkaufserlösen, da man den Zustand der Ware sehen kann. eBay bietet gegen Aufschlag an, mehr als ein Bild einzufügen. Das kann man sich sparen, da die Auktionsbeschreibung HTML-fähig ist. Mit etwas Erfahrung kannst Du also kostenlos -zig Bilder auf der Auktion plazieren.

Allerdings kann man dann u. U. natürlich auch recht leicht recherchieren, wer Du bist: wenn die Bilder z. B. unter Deiner de-Domain abrufbar sind, kann man Deinen Namen und Deine Anschrift auf der Seite der Denic erfahren. Ebenso erstellt T-Online für jeden Kunden, der ihren Webspace nutzt, automatisch ein Impressum mit der Kundenanschrift.

Aber Vorsicht mit Bilderklau: beim dem Verwenden fremder Bilder, ohne vorher nachzufragen, begibst Du Dich rechtlich auf Glatteis. Siehe auch 4.2.5.5.

g) Sachmängelhaftung

Wenn Du für Deine Ware keine Gewährleistung übernehmen willst bzw. wenn Du diese beschränken willst, dann ist ein Hinweis in Deiner Anzeige angebracht. Mehr zum Thema Sachmängelhaftung findest Du im Punkt 4.2.3.2.

h) Auktionsende

Wähle einen sinnvollen Zeitpunkt für das Auktionsende. Bei eBay enden die Versteigerungen zu der Uhrzeit, zu der sie einstellt worden sind. Daher ist es wenig sinnvoll, seine Angebote nachts um 4 Uhr ins Netz zu stellen: zu dieser Zeit ist kaum jemand vor seinem PC - und das gilt auch für die vielen möglichen Käufer, die grundsätzlich in letzter Sekunde mitbieten.

Über den richtigen[tm] Moment für das Auslaufen einer Versteigerung scheiden sich die Geister: sinnvoll dürfte es wohl sein, einen Zeitraum zu wählen, zu dem möglichst viele potentielle Bieter online sein, also tagsüber (z. B. in den Abendstunden zwischen Feierabend und Zubettgehen). Auch der jeweilige Wochentag kann entscheidend sein neben verschiedenen anderen Faktoren (Wetter, Ferienzeit, Feiertage etc.).

i) Wortfilter

Einige Auktionshäuser setzen Wortfiltersysteme ein, siehe Abschnitt 5.1.4. Daher ist es möglich, daß Deine Auktion mit der gewählten Beschreibung unauffindbar wird, selbst wenn es sich nicht um etwas unanständiges oder gar illegales handelt. Problematisch kann es z. B. wenn man bei eBay ein Buch über das Judentum oder über die Naziverbrechen verkaufen will: sowohl "jude*" als auch "nazi*" werden gefiltert. Insbesondere beim Auktionstitel sollte man dies bedenken.

Auf Seiten wie http://www.wortfilter.de/ kannst Du Dich über derartige Systeme informieren.

3.2.1.6. Was sollte ich noch beachten?

Checke regelmäßig Deine E-Mails. Falls Nachfragen kommen, macht es einen guten Eindruck, wenn Du zügig antwortest.

3.2.2. Nach dem Versteigern

3.2.2.1. Was tun, wenn mein Artikel versteigert ist?

a) Melde Dich beim Käufer.

Ergreife die Initiative und schreibe dem Käufer. Was in Deine E-Mail hinein sollte:

b) Sei geduldig.

Nicht jeder checkt alle 5 Minuten seine E-Mail. Also werde nicht ungeduldig, wenn sich der Käufer noch zwei oder drei Tagen noch nicht gemeldet hat, und schicke dem anderen auch keine bösen E-Mails. Halte Dich eher an die Maßgaben des Auktionshauses, das meistens einen Zeitraum von einer Woche für die Kontaktaufnahme läßt.

c)Bewerte den Käufer.

Wenn die Onlineversteigerung abgeschlossen ist (Du hast das Geld und er hat die Ware - nicht vorher), gib eine Bewertung des Käufers ab. Wenn alles gut verlief, gib auch eine gute Bewertung ab. Um eine negative Bewertung abzugeben, sollten auch wirklich triftige Gründe vorliegen.

3.2.2.2. Was tun, wenn der Käufer mich nicht bewerten möchte?

Zuerst einmal: Du hast kein Anrecht auf eine Bewertung. Deswegen kannst Du den anderen auch nicht zu einer Bewertung zwingen.

Wenn er Dich nicht von alleine bewertet, schreibe ihn doch eine kurze, höfliche E-Mail, in der Du ihn um Bewertung bittest. Schreib in die E-Mail Deinen Benutzernamen, die Auktionsnummer und vielleicht noch den URL, bei dem er eine Bewertung abgeben kann (im Falle einer eBay-Auktion: siehe Abschnitt 5.1.1.d). Reagiert er nicht: Werde nicht unhöflich und belästige auch ihn nicht mit dutzenden E-Mails. Denk in dem Fall lieber darüber nach, ob nicht doch auf die Bewertung verzichten kannst.

3.2.2.3. Was tun, wenn der Käufer vom Vertrag abspringt?

Ob Dein Käufer vom Vertrag zurücktreten darf und welche Ansprüche Du dann gegen ihn hast, wird im Abschnitt 4 ausführlich besprochen.

Falls er nun aber doch (vielleicht ja auch in Deinem Einvernehmen) vom Vertrag abgesprungen ist, dann solltest Du Dich, bevor Du den Artikel erneut versteigerst, zunächst an den Zweithöchstbietenden wenden - vielleicht hat er ja noch Interesse an der Sache. Bei eBay gibt es dazu auf der Auktionsseite den Button "Unterbreiten Sie ein persönliches Angebot" - kommt auf diese Weise ein Vertrag zustande, kannst Du die meisten gewohnten eBay-Dienstleistungen (den Treuhandservice, die Versicherung, die Möglichkeit, eine Bewertung abzugeben, ...) in Anspruch nehmen.

Auch wäre es sinnvoll, sich an das Auktionshaus zu wenden, damit man Dir die Einstellungsgebühren zurückerstattet.


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